Absicht vor Volumen

Ein Suchbegriff mit tausend Suchen im Monat, hinter dem Neugier steckt, bringt weniger als einer mit fünfzig Suchen, hinter dem ein Auftrag steckt. Ich ordne jeden Begriff nach Absicht:

  • Wissen wollen. „Was kostet eine Bowlingbahn" oder „WordPress gehackt was tun". Der Suchende informiert sich. Eine gute Antwort baut Vertrauen auf, der Auftrag kommt später.
  • Vergleichen. „Bowling Duisburg oder Oberhausen", „SEO Agentur oder Freelancer". Der Suchende entscheidet gerade.
  • Kaufen oder beauftragen. „Bowlingbahn Duisburg reservieren", „SEO Duisburg", „Webdesign Duisburg". Das sind die Begriffe, die Anfragen bringen, und die mit dem meisten Wettbewerb.
  • Eine bestimmte Seite suchen. Ihr Firmenname, Ihre Adresse. Da müssen Sie vorn stehen, und das ist meist das Leichteste.

Für jede Absicht braucht es eine andere Seite. Eine Preisliste beantwortet „Kosten", eine Leistungsseite beantwortet „beauftragen", ein Fachartikel beantwortet „was tun".

Woher die Begriffe kommen

Von Ihnen. Was fragen Kunden am Telefon? Welche Worte benutzen sie, und welche benutzen Sie, die Kunden nicht kennen? Diese Stunde mit Ihnen ist der wichtigste Teil der Recherche.

Aus der Search Console. Wenn die Seite schon existiert, zeigt Google, für welche Begriffe sie erscheint, auch für die, für die sie nur auf Seite drei steht. Das sind die Begriffe mit dem kürzesten Weg nach vorn.

Aus der Suche selbst. Googles Vorschläge beim Tippen, „Ähnliche Fragen", „Andere suchten auch nach", die Seiten, die für einen Begriff vorn stehen, und wie sie ihn beantworten.

Aus Werkzeugen. Suchvolumen und Wettbewerb als Orientierung, nicht als Wahrheit. Die Zahlen sind Schätzungen, und bei lokalen Begriffen oft so klein, dass die Werkzeuge nichts anzeigen, obwohl die Suchen existieren.

Von den Wettbewerbern. Für welche Begriffe stehen die vorn, die vor Ihnen stehen? Was haben die, was Ihnen fehlt?

Von der Liste zur Seite

Aus der Recherche wird eine Tabelle: Begriff, Absicht, Wettbewerb, Priorität, und die Seite, die ihn beantworten soll. Bestehende Seiten werden zugeordnet, fehlende Seiten werden geplant. Begriffe mit derselben Absicht landen auf derselben Seite, Begriffe mit verschiedener Absicht auf verschiedenen. Daraus entsteht die Struktur der Seite, und daraus die Reihenfolge der Arbeit: erst die Begriffe mit Kaufabsicht und erreichbarem Wettbewerb, dann der Rest.

Was ich nicht mache

Keine Listen mit fünfhundert Begriffen, die niemand je abarbeitet. Keine Seiten für Begriffe, die nichts mit Ihrem Angebot zu tun haben, nur weil sie Volumen haben. Keine Ortsvarianten für Städte, in denen Sie nicht sind. Und keine Versprechen, für welchen Begriff Sie wann wo stehen.

Beispiel aus der Praxis

Ein Werbetechniker beschrieb sein Angebot als „Lichtwerbung". Seine Kunden suchten „Leuchtreklame", „Firmenschild beleuchtet" und „LED Schriftzug". Die Seite stand für den Fachbegriff vorn, den niemand suchte, und für die Kundenbegriffe nirgends. Die Recherche ergab drei Seiten mit den Worten der Kunden, und die Anfragen kamen über genau diese. Der Name steht hier, sobald der Kunde zustimmt.

Fragen und Antworten

Brauche ich Suchvolumen-Zahlen? Als Orientierung ja, als Entscheidungsgrund nein. Bei lokalen Begriffen sind sie oft zu klein für die Werkzeuge, und trotzdem kommen daher die Aufträge.

Wie viele Begriffe braucht eine Seite? Einen Hauptbegriff, der die Absicht trägt, und die Varianten, die dasselbe meinen. Eine Seite für zehn verschiedene Absichten steht für keine davon vorn.

Was ist mit langen Suchanfragen? Die sogenannten Long-Tail-Begriffe, etwa „Bowlingbahn für Kindergeburtstag Duisburg Preise", haben wenig Volumen und wenig Wettbewerb und eine klare Absicht. Für kleine Betriebe sind sie der beste Einstieg.

Ändert sich das mit der KI-Suche? Die Fragen werden länger und natürlicher, weil Leute mit ChatGPT reden wie mit einem Menschen. Die Absichten bleiben. Wer Fragen klar beantwortet, wird in beiden Welten gefunden.

Kann ich das selbst machen? Den Teil „Was fragen Kunden" können nur Sie. Den Rest zeige ich Ihnen, wenn Sie es selbst weiterführen wollen.

Nächster Schritt

Schreiben Sie mir die drei Fragen auf, die Kunden Ihnen am häufigsten stellen. Daraus beginnt die Recherche.